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Das Steinhaus von Steinmaur: Ein Kulturgut

Das geplante Natursteinhaus mit seinen meisterhaft bearbeiteten Werkstücken war keine Auftragsarbeit, sondern ein halbwegs verwirklichter Traum des allzu früh verstorbenen Künstlers Dieter Wettstein. Daran arbeitete der gelernte Steinbildhauer über vier Jahre hinweg, Tag für Tag. Mit der Erfüllung seines Traums erhoffte er, sich von seinen finanziellen Sorgen zu befreien, um sich wieder voll und ganz seinem figürlichen Kunstschaffen widmen zu können.
 

Dieter Wettstein, der Italien und Griechenland bereiste, liess sich von der Antike inspirieren. Ohne jedoch an den unbeugsamen Historismus des 19. Jahrhundes anzuknüpfen, schwebte ihm ein moderner Wohn- oder Nutzbau vor, der wie in der Renaissance die Symmetrie betont. Es war ihm ein Anliegen, der oft inhumanen Architektur der Jetztzeit ein Gebäude mit menschlichen Massen und Proportionen entgegenzusetzen, dessen Werkstücke, in der handwerklichen Tradition der alten Steinmetzmeister, dem Bau eine Seele einhauchen. In diesem Sinne ist es ihm gelungen, den Grundstein einer Idee zu setzen, die sich jeder baugeschichtlichen Einordnung entzieht und nur eines sein will: der Solitär eines eigenwilligen Künstlers, der Technik, Handwerk und Natur in liebevoller Strenge in Einklang bringt.